Rückblick digitaler Praxisworkshop Kunststoffindustrie

60 Akteure der Kunststoffverarbeitenden Industrie trafen sich am 25.06.2020 auf Einladung der dena und des IK Industrieverband Kunststoffverpackungen zu einem virtuellen Praxisworkshop

Im Mittelpunkt des fachlichen Austauschs stand die Frage, wie Kunststoffverarbeitung energieeffizient und CO2-arm gestaltet werden kann. Antworten lieferten die drei Themenblöcke „Ressourceneffizienz“, „Energieeffizienz“ und „Fördermöglichkeiten“ des Workshops – die insbesondere für eine KMU geprägte Branchenstruktur eine besondere Relevanz besitzen. In einem digitalen Aussteller-Forum konnten die Teilnehmer ihre Fragen zu energieeffizienten Technologien direkt mit deren Anbietern diskutieren.

Das auf die Umsetzungspraxis ausgerichtete Konzept hat die dena im Rahmen ihres Projektes „Leuchttürme CO2-Einsparung in der Industrie“ in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband IK Industrieverband Kunststoffverpackungen entwickelt. Für 2020 und 2021 sind weitere drei branchenspezifische Workshops für die Branchen Chemie, Gießerei und Glas geplant.

Ressourceneffizienz: Recycling und Kreislaufwirtschaft für die Kunststoffbranche

Nach der Eröffnung des Workshops durch Armin Kühn, dena-Teamleiter für Energieeffizienz in der Industrie und Mara Hancker, Geschäftsführerin Kommunikation des IK erfolgte der direkte Einstieg in den ersten Themenblock. Als erste Referentin hob Frau Mara Hancker (IK) in ihrem Beitrag die Relevanz und die damit verbundene Herausforderung an das Ecodesign von Verpackungen hervor, wobei sie insbesondere die Auswahl des Substrats thematisierte. Daraufhin gab Dr.-Ing Phillip Bendix vom Wuppertal Institut einen Überblick über die technische Herausforderung und Lösungen zum Rezyklateinsatz in der Kunststoffverarbeitenden Industrie. Eine anschließende Umfrage unter den Veranstaltungsteilnehmern ergab, dass rund drei Viertel Rezyklat bereits in der Produktion einsetzen – ein kleiner Anteil davon mit einem Anteil zwischen 20 und 50 Prozent.

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Energieeffizienz, Innovation und Maßnahmen

Im zweiten Themenblock stellte Thomas Ringheim (Labotek) ein effizienteres Vakuumtrocknungsverfahren zur Trocknung von Kunststoffgranulat vor, Martin Hoyer (Arburg) erörterte die Gegenüberstellung und Abwägung elektrischer bzw. hydraulischer Antriebstechnologien bei Spritzgießmaschinen und Dominik Neetzel (Ökotec) erläuterte das Energieeffizienzpotential für die Kühlung durch Anlagenoptimierung anhand einer Methodik zur selbstlernenden Anlagensteuerung auf Basis von Energiekennzahlen.

Nach der Mittagspause wurde das Thema Energieeffizienz anhand von Best-Practice-Berichten fortgesetzt. So präsentierte Michael König (E&P Management) Praxiserfahrungen mit niedrigviskosen Hydraulikölen als energieeffiziente und nichtinvestive Alternative für Standardöle. Volker Hedderich (Roth Werke) berichtete von einem erfolgreich abgeschlossenen Abwärme-Upcycling Projekt in welchem die Prozessabwärme des Kunststoffverarbeiters mittels Wärmepumpen betriebsintern zur Gebäudeheizung verwendet wurde.

Die Beiträge zum Download:

Fördermöglichkeiten für Energie- und CO2-Einsparung in der Industrie

Zum Abschluss rundete das Thema Fördermittel den Workshop ab. Hierbei stellte Remzi Sungur-Albrecht (BAFA) das „1 mal 1 der Antragstellung“ der Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft vor und Petra Bühner (KfW) erwähnte das KfW Förderprogramm 293 Klimaschutzoffensive für den Mittelstand.

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Digitales Aussteller-Forum

Eine Besonderheit des Workshops war das digitale Ausstellerforum mit Anbietern für Energieeffizienztechnologien und Innovationen für die Kunststoffverarbeitung, welches in Form von 5 parallelen Breakout-Sessions stattfand. Als Aussteller standen die Unternehmen Arburg, Labotek, Ökotec und die zwei Start-Ups SKF und TurboAlgor den interessierten Teilnehmern Rede und Antwort. Die Start-Ups stellten ihre Technologien in einem kurzen Pitch vor:

So präsentierte Jens Beck (SKF) die Rekonditionierung von Schmieröl als CO2-einsparmaßnahme und Arvea Marieni (TurboAlgor) stellte die energieeffiziente Anwendung der Turbomaschine bei Kompressionskältemaschinen vor. Anschließend wurden die Teilnehmer gemäß ihrer Präferenz in Breakout-Sessions eingeteilt. Dort fand der weitere, fachliche Informationsaustausch statt. 

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