Förderprogramm

Die neue, umfangreiche Bundesförderung unterstützt Unternehmen bei Investitionen in Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien

Die Förderung von Investitionen in energieeffiziente Technologien und Prozesse ist ein zentrales Element der deutschen Klimaschutzpolitik. Getreu dem Grundsatz „Informieren, Fördern, Fordern“ sollen Energieeffizienzpotenziale nicht nur bekannt gemacht werden, sondern deren Erschließung auch finanziell unterstützt werden. Die Bundesregierung hat deshalb beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen Energieeffizienzfond aufgelegt. Dieser soll die Industrie unterstützen, energieeffiziente und klimaschonende Produktionsprozesse einzusetzen. Denn bis 2050 soll der Primärenergieverbrauch der deutschen Industrie um 50 Prozent und der Treibhausgasausstoß um 80 bis 95 Prozent sinken.

Mit der Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft steht den Unternehmen in Deutschland seit 1.1.2019 ein grundlegend vereinfachtes und technologieoffenes Förderprogramm zur Verfügung. Es vereint die bisherigen Förderungen für Abwärme, hocheffiziente Querschnittstechnologien und klimaschonende Produktionsprozesse nunmehr in einem Programm. Die Bundesförderung richtet sich an Unternehmen aller Branchen und Größen, Stadtwerke und Energiedienstleister.

Investitionsprogramm besteht aus vier Modulen

Insgesamt stehen interessierten Unternehmen vier Fördermodule zur Auswahl. Alle Module hat die Bundesregierung bewusst akteurs-, sektor- und technologieoffen ausgestaltet. So soll das Programm für möglichst viele Unternehmen und die hohe Bandbreite unternehmensspezifischer Energieeffizienzmaßnahmen geöffnet werden. Bei der zu beantragenden Förderung können die Unternehmen wählen: entweder kann ein Investitionszuschuss beim BAFA oder einen Tilgungszuschuss für einen KfW-Kredit beantragt werden. Die Fördertatbestände im Überblick:

Modul 1 – Querschnittstechnologien

Gefördert werden investive Einzelmaßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen durch den Einsatz von hocheffizienten und am Markt verfügbaren Technologien. Das Netto-Investitionsvolumen für Einzelmaßnahmen, einschließlich Nebenkosten, muss mindestens 2.000 EUR betragen. Förderfähig sind eine oder mehrere Investitionen eines Antragstellers zum Ersatz oder zur Neuanschaffung von nachweislich hocheffizienten Anlagen bzw. Aggregaten für die industrielle und gewerbliche Anwendung insbesondere in den folgenden Technologiekategorien: Elektrische Motoren und Antriebe, Pumpen für die industrielle und gewerbliche Anwendung, Ventilatoren, Druckluftanlagen, Anlagen zur Abwärmenutzung bzw. Wärmerückgewinnung, Dämmung von industriellen Anlagen bzw. Anlagenteilen.

Modul 2 – Maßnahmen zur Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien

Gefördert werden Maßnahmen zur Prozesswärmebereitstellung aus: – Solarkollektoranlagen, – Biomasse-Anlagen, – Wärmepumpen. Förderfähig sind Maßnahmen, die die technischen Mindestanforderungen gemäß Merkblatt „Prozesswärme” erfüllen. Zu den förderfähigen Kosten zählen auch Kosten für die Einbindung des Systems in den vorhandenen Prozess, sowie Kosten für die zur Ertragsüberwachung und Fehlererkennung installierten Mess- und Datenerfassungseinrichtungen.

Modul 3 – Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Energiemanagementsoftware zur Unterstützung der Digitalisierung

Förderfähig sind der Erwerb und die Installation von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Sensorik zum Monitoring und zur effizienten Regelung von Energieströmen sowie der Einbindung in ein Energie- oder Umweltmanagementsystem. Für KMU ist ein alternatives System nach der Verordnung über Systeme zur Verbesserung der Energieeffizienz im Zusammenhang mit der Entlastung von der Energie- und der Stromsteuer in Sonderfällen vom 31. Juli 2013, zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 31. Oktober 2014 (SpaEfV) zulässig.
Förderfähig sind zudem der Erwerb und die Installation von Energiemanagement-Software sowie die Schulung des Personals durch Dritte im Umgang mit der Software soweit sie im direkten Zusammenhang mit Anlagen und Prozessen stehen. Für eine Förderung muss das antragstellende Unternehmen über ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 50001/EMAS verfügen bzw. sich im Zertifizierungsprozess befinden. Ist der Antragsteller ein KMU, genügt auch der Nachweis eines alternativen Systems nach SpaEfV.

Modul 4 - Technologieoffene Förderung von Investitionen, die Strom- oder Wärmeeffizienz steigern.

Gefördert werden investive Maßnahmen zur energetischen Optimierung von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen, die zur Erhöhung der Energieeffizienz beziehungsweise zur Senkung des fossilen Energieverbrauchs in Unternehmen beitragen. Diese können auch Maßnahmen in zuvor genannten Modulen einschließen.
Die Amortisationszeit des gesamten Vorhabens muss ohne Inanspruchnahme einer Förderung insgesamt mehr als zwei Jahre betragen.
Förderfähig sind insbesondere:

  • Prozess- und Verfahrensumstellungen auf effiziente Technologien sowie energetische Optimierung von Produktionsprozessen wie z. B. Einsatz energieeffizienter Anlagen und Maschinen oder Austausch einzelner Komponenten, energieeffiziente Änderung der Prozessführung oder des Verfahrens, Optimierung der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik inklusive Energiemanagementsoftware.
  • Maßnahmen zur Abwärmenutzung wie z. B. Einbindung der Abwärme zur Bereitstellung von Wärme inklusive aller hierfür erforderlichen Maßnahmen an der Anlagen- oder Gebäudetechnik, Einspeisung in Wärmenetze inklusive der Verbindungsleitungen, Verstromung von Abwärme (z. B. Organic Rankine Cycle-Technologie – ORC).
  • Maßnahmen an Anlagen zur Wärmeversorgung, Kühlung und Belüftung sind förderfähig, sofern diese überwiegend direkt für Prozesse zur Herstellung, Weiterverarbeitung oder Veredelung von Produkten eingesetzt werden. Gebäudetechnische Anlagen, die überwiegend der Raumluftkonditionierung für den Aufenthalt von Personen dienen und in den Anwendungsbereich der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) fallen, sind hingegen nicht Gegenstand der Förderung.
  • Maßnahmen zur energieeffizienten Bereitstellung von Prozesswärme oder -kälte wie z. B. energieeffiziente Wärme- und Kälteerzeuger, Optimierung der Wärme- oder Kältespeicherung.
  • Maßnahmen zur Vermeidung von Energieverlusten im Produktionsprozess wie z.B. Dämmung von Anlagen und Verteilleitungen, hydraulische Optimierung, Erneuerung von Druckluftleitungen.

Förderfähig sind darüber hinaus Kosten für die Erstellung des Einsparkonzepts auf Grundlage der nachfolgenden Voraussetzungen und die Umsetzungsbegleitung der geförderten Investitionsmaßnahme durch externe Energieberater. Das Einsparkonzept muss das beantragte Vorhaben sowie die mit dem Vorhaben einhergehenden Einsparungen an Endenergie und CO2 abbilden. Es sind ausschließlich Einsparkonzepte zugelassen, die durch einen Energieberater erstellt wurden, der vom BAFA für das Förderprogramm „Energieberatung im Mittelstand” zugelassen ist. Sofern das antragstellende Unternehmen über ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem nach DIN ISO 50001/EMAS verfügt, kann es das Einsparkonzept auch unternehmensintern ohne Energieberater erstellen.

Mindestens 30 Prozent und maximal 10 Millionen Euro Förderung

Die Förderung wird wahlweise als Zuschuss oder als zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss gewährt. Die Höhe der Förderung beträgt 30%, bei Maßnahmen zur Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien 45% der förderfähigen Kosten. Kleine und mittlere Unternehmen erhalten zusätzlich einen Bonus in Höhe von 10% auf die förderfähigen Kosten.

Die Förderung ist bei Querschnittstechnologien auf 200.000 EUR pro Vorhaben, in den anderen Modulen auf maximal 10 Mio. EUR pro Vorhaben begrenzt.

Die Höhe des Darlehens beträgt bis zu 100% der förderfähigen Investitionskosten, i.d.R. bis zu 25 Mio. EUR pro Vorhaben.

Das Programm verfolgt das Ziel, in der Wirtschaft Investitionen in Energieeffizienz anzureizen und den Anteil der erneuerbaren Energien zur Bereitstellung von Prozesswärme auszubauen. Dadurch sollen jährliche Einsparungen von rund 2,8 Millionen Tonnen CO2 und 11 Terawatt Endenergie generiert werden.

Weitere Informationen zur Förderung

Auf der Webseite des Bundesmisteriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Auf der Webseite der KfW

Auf der Webseite des BAFA