Projektdarstellung

Auf den Sektor Industrie entfallen fast 30 % des Endenergieverbrauchs in Deutschland. Derzeit werden erhebliche CO2-Einsparpotenziale noch nicht genutzt, obwohl sie mit verfügbaren Technologien erschlossen werden könnten. Damit die Energiewende in Deutschland gelingen kann, müssen Industrieunternehmen noch effizienter mit Strom und Wärme umgehen und ihren verbleibenden Bedarf weitestgehend aus erneuerbaren Energien decken.

Für die unternehmerische Praxis bedeuten die Klimaschutzziele der Bundesregierung echte Chancen, gleichzeitig jedoch auch enorme Herausforderungen. Insbesondere Industrieunternehmen sehen sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, ihren Energiebezug, die eigene Energieumwandlung sowie die laufenden Produktionsprozesse grundlegend umzustellen. In vielen Bereichen, zum Beispiel der Prozesswärmeerzeugung und -nutzung sowie dem Einsatz erneuerbarer Energien, bestehen zwar noch erhebliche Klimaschutzpotenziale, doch die “Low hanging fruits” sind bereits geerntet. Daher werden zunehmend technisch komplexe Maßnahmen erforderlich, die sich aufgrund hoher Investitionskosten häufig nicht sofort wirtschaftlich realisieren lassen.

Mit dem Projekt „Leuchttürme CO2-Einsparung in der Industrie“ zeigt die Deutsche Energie-Agentur (dena) gangbare Wege zur Energie- und CO2-Einsparung in der Produktion. Im Fokus stehen dabei Maßnahmen, die mit marktgängigen Technologien realisiert und für die Mittel aus der neuen Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft bereitstehen. Über einen Zeitraum von drei Jahren wird die dena insgesamt 15 vorbildhafte Projekte zur Minderung klimaschädlicher Emissionen begleiten und branchenweit bekannt machen. Auf diese Weise können Erfolgsmuster für die Senkung klimaschädlicher Emissionen auf weitere Unternehmen übertragen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf vier energieintensiven Branchen: der chemischen Industrie, der Kunststoffverarbeitung, der Glasindustrie und der Gießereiindustrie.

Download Projektpräsentation „Leuchttürme CO2-Einsparung in der Industrie“ (PDF/1.119KB)

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und unterstützt durch den Verband der Chemischen Industrie (VCI), die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK), den Bundesverband Glasindustrie (BV Glas) sowie den Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG).

Unsere Meilensteine im Projekt

Fachliche Beratung von 15 Leuchtturmprojekten: Zentraler Bestandteil des Projektvorhabens ist die Suche, Auswahl und mehrjährige fachliche Begleitung geeigneter Unternehmen bei der Realisierung ihrer Einsparprojekte. Im Wesentlichen umfasst das die nachfolgenden Schritte. Die Unterstützung durch die dena erfolgt dabei stets individuell abhängig vom Bedarf des jeweiligen Unternehmens.

  • Bewerbung mit einer Projektidee: Interessierte Unternehmen füllen das bereitgestellte Online-Bewerbungsformular aus und übermitteln damit der dena grundlegende betriebliche Daten, Informationen über die geplanten CO2-Einsparmaßnahmen sowie eine Kontaktdaten des Ansprechpartners.
  • Auswahl der Leuchtturmprojekte: Anhand dieser bereitgestellten Informationen und ggf. von Rückfragen prüft die dena auf Basis einheitlicher Kriterien, welche eingereichten Projekte das größte Potenzial besitzen, die notwendige Strahlkraft und Wirkung eines Leuchtturms zu entfalten. Mit den ausgewählten Unternehmen bzw. Projekten wird der Prozess fortgesetzt.
  • Detailplanung: Die dena begleitet die Leuchtturmunternehmen bei der Detailplanung der beabsichtigten Maßnahme(n) mit dem Ziel der vollen Potenzialausschöpfung und Erlangung von Fördermitteln. So führt die dena „Kurzchecks“ zur Ermittlung zusätzlicher Potenziale in ausgewählten Technologiefeldern (z. B. solare Prozesswärme) durch und ist bei Bedarf bei der Auswahl von Energieberatern oder Fachplanern behilflich. Die Maßnahmenplanung wird, z. B. im Rahmen eines Workshops, mit dem Unternehmen diskutiert und ggf. Empfehlungen zur Optimierung der geplanten Maßnahmen gegeben.
  • Fördermittelbeantragung: Die Leuchtturmunternehmen werden bei der Auswahl eines geeigneten Förderprogramms und bei der Fördermittelbeantragung von der dena unterstützt und beraten. So prüft die dena z. B. das einzureichende Energieeinsparkonzept in Hinblick auf die Erfüllung inhaltlicher und formaler Entscheidungskriterien der Fördereinrichtungen, so dass Verzögerungen im Bewilligungsprozess vermieden werden können.
  • Maßnahmenumsetzung und -auswertung: Nach Abschluss der Maßnahmenplanung und erfolgter Bewilligung des Fördermittelantrags begleitet die dena die Leuchtturmunternehmen bei der Maßnahmenumsetzung. Sie steht als fortlaufender Ansprechpartner bei aufkommenden Fragestellungen insbesondere zur Förderung (z. B. in Bezug auf nachträgliche Änderungen) zur Seite. Gemeinsam mit dem Unternehmen und umsetzenden Dienstleistern analysiert die dena die gesammelten Erfahrungen. Im Fall von auftretenden Problemen oder Hemmnissen unterstützt die dena bei der Lösungsfindung und speist die Handlungsbedarfe in den politischen Prozess ein.

Kommunikative Begleitung der Leuchtturmprojekte: Mit Umsetzungsbeginn der Maßnahmen startet die fachliche Kommunikation zum jeweiligen Leuchtturmprojekt. Wichtige Meilensteine der einzelnen Leuchtturmprojekte greift die dena in ihrer aktiven Kommunikationsarbeit auf und bereitet die Projektergebnisse zum Beispiel in Form von Projektsteckbriefen auf. Dabei ist auch der Weg das Ziel, denn eine vorbildhafte Umsetzung verbunden mit exzellenten Ergebnissen soll die notwendige Strahlkraft entfalten.

Vernetzung von Branchen- und regionalen Akteuren: Für eine nachhaltige Sensibilisierung für die Themen „integrierte Energieeffizienz“ und „Einsatz erneuerbarer Prozesswärme“ vernetzt die dena wichtige Akteure auf Ebene der Bundesländer und stößt Branchendialoge an, um sich über branchenspezifische Lösungen zur Energie- und CO2-Einsparung auszutauschen.

Wissenstransfer über Informationsmaterialien: Zur breiten Erschließung der CO2-Einsparpotenziale innerhalb der Industrie werden sowohl übergreifende als auch branchenbezogene Informationsmaterialien von der dena erstellt und über verschiedene Kommunikationskanäle verbreitet. Dazu gehört die Bekanntmachung von Unterstützungsangeboten wie Beratung und Förderung sowie Kurzleitfäden über branchenspezifische Lösungen zur CO2-Einsparung.

Die dena ist bereits seit 18 Jahren im Handlungsfeld Energieeffizienz in Unternehmen erfolgreich tätig. Das Projekt „Leuchttürme CO2-Einsparung in der Industrie“ startete 2019 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Über die dena

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) ist das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme. Als Agentur für angewandte Energiewende tragen wir zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele bei, indem wir Lösungen entwickeln und in die Praxis umsetzen, national und international. Dafür bringen wir Partner aus Politik und Wirtschaft zusammen, über alle Branchen hinweg – mit Begeisterung für eine der spannendsten Herausforderungen unserer Zeit.

Wir engagieren uns in den Verbrauchssektoren Gebäude, Strom und Verkehr genauso wie in Fragen der Energieerzeugung, Speicherung, Vernetzung und Digitalisierung. Wir realisieren Modellprojekte, beraten Politiker, Hersteller und Dienstleister, qualifizieren Multiplikatoren, informieren Verbraucher, bauen Netzwerke auf, fördern den internationalen Austausch und entwickeln Zukunftsszenarien. Dabei setzen wir vor allem auf marktwirtschaftliche Instrumente und innovative Geschäftsmodelle. Und wir blicken auf das Energiesystem als Ganzes, weil es immer mehr darauf ankommt, die vielen verschiedenen Teile der Energiewelt miteinander zu verbinden.

In den aktuell rund 100 Projekten der dena setzen sich rund 226 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichem Know-how für die Energiewende ein.

Die dena wurde im Jahr 2000 mit dem Auftrag gegründet, an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft zu agieren. Dementsprechend finanziert sie ihre Projekte mit einer großen Anzahl an Partnern aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor.

Die Gesellschafter der dena sind die Bundesrepublik Deutschland und die KfW Bankengruppe. Vorsitzender der Geschäftsführung ist Andreas Kuhlmann, Geschäftsführerin Kristina Haverkamp.